Projekttage & Lehrerfortbildungen

Projekttage

Auch im Schuljahr 2017/18 laden wir wieder Schulklassen zu Projekttagen ins Literaturhaus. Die Workshops finden jeweils zwischen 9 und 13 Uhr stattfinden. Wie immer geht es uns um einen kreativen, spielerischen Umgang mit Literatur, einen individuellen Zugang, der den Deutschunterricht ergänzen soll. Die Anmeldung erfolgt über die Klassenlehrerinnen und -lehrer.

»Heimat ist recht was Relatives«
Ein Projekttag mit Ingrid Lughofer (Theaterwissenschaftlerin) im Rahmen der Ausstellung »Oskar Maria Graf: Rebell,Weltbürger, Erzähler« 9 – 11. Klassen (alle Schultypen)

Oskar Maria Graf, 1894 in Berg am Starnberger See geboren, feierte in München erste Erfolge als Schriftsteller. Seit 1933 lebte er im Exil, erst in Österreich, dann in den USA. Auf allen Fotos sieht man ihn in seinen Lederhosen, ein Bayer selbst in New York. Trotzdem hat sich für ihn im Laufe seines Lebens sehr gewandelt, was er unter Heimat verstand. Braucht der Mensch eine Heimat? Und welche Bedeutung gewinnt sie, wenn man in der Fremde lebt? Diese Fragen haben sich seit den Zeiten Oskar Maria Grafs verändert und sind gerade aktueller denn je. Was bedeutet Heimat für die Schüler*innen?
Wir beginnen mit persönlichen Fotos und Gegenständen der Klasse. Diese ersten Suchbewegungen führen uns in die Ausstellung. Einen Schwerpunkt des weiteren Vormittags mit Lektüren, Diskussionen und Schreibaufgaben bildet Grafs wichtigster Roman »Das Leben meiner Mutter«, aus dem Auszüge schon vor dem Projekttag verschickt und gelesen werden. »Vaterland gibt’s gar keins und sogar ‚Heimat‘ ist recht was Relatives« schrieb Oskar Maria Graf 1946 an W.E. Süskind. Der Projekttag lädt ein zum Kennenlernen dieses großen bayerischen Autors und zum Nachdenken über eines seiner Lebensthemen.

Termine: 16. Oktober & 18. Oktober 2017
Uhrzeit: 9 – 13 Uhr
Anmeldung: First come, first serve: Die Termine werden mit der ersten Nachfrage vergeben. Bitte nennen Sie die Klasse, die Anzahl der Schüler und eine Telefonnummer, unter der Sie zu erreichen wären.
Anmeldung unter klange@literaturhaus-muenchen.de. Nachfragen gerne unter der Tel. 089 - 29 19 34-23 

  

»Goethe verbessern«
Eine Schreib- und Sprechwerkstatt mit Sandra Hoffmann (Autorin) und Helmut Becker (Sprecher und Sprechtrainer an der Theaterakademie August Everding)

8. -11. Klassen

Klar liest man sie in der Schule, Goethe, Schiller, Heine usw. Man soll sie verstehen und interpretieren und am besten auch noch finden, dass das ganz toll ist, was die schreiben. Aber das ist nicht so einfach. Weil man mit fünfzehn, sechszehn, siebzehn Jahren schon ein eigenes Leben hat und ein eigenes Glück und Unglück und vielleicht selber sucht, wie sich das anfühlt.
In dieser Werkstatt wollen wir Passagen von Goethe oder anderen Klassikern nicht nur laut lesen, sondern sie nach ihrer Haltbarkeit befragen. Wie würde man das heute sagen, wie würde man das heute sprechen, wenn es ein modernes Gedicht sein sollte? Wie klingen für uns Goethes Liebende »Ein Blick von deinen Augen in die meinen/ Ein Kuß von deinem Mund auf meinem Munde/ Wer davon hat, wie ich, gewisse Kunde/ Mag dem was anders wohl erfreulich scheinen?« Ist das gut? Ist das out? Einen Vormittag lang machen wir den Goethe (und Kollegen)-Gültigkeitstest, und wenn sie durchfallen ‑ dann machen wir es besser! Und am Ende haben wir Raps und Songs und weiß Gott was alles über die Liebe und das Leben. Und klingen besser als Goethe. Oder zumindest zeitgemäßer.

Termine: 6. Oktober 2017, 12. Januar, 9. Februar, 9. März, 20. Juli 2018
Zeit: 9 – 13 Uhr
Anmeldung: First come, first serve: Die Termine werden mit der ersten Nachfrage vergeben. Bitte nennen Sie die Klasse, die Anzahl der Schüler und eine Telefonnummer, unter der Sie zu erreichen wären.
Anmeldung unter klange@literaturhaus-muenchen.de. Nachfragen gerne unter der Tel. 089 - 29 19 34-23 

 

»Ich ist ein anderer. Du auch«
Ein Projekttag über Vorurteile mit Tina Rausch (Journalistin und Literaturvermittlerin), Christine Umpfenbach (Regisseurin), und Denijen Pauljevic (Autor)

9. – 12. Klassen

Deutsche sind pedantisch und humorlos, Italiener laut und gesellig, Franzosen trinken ab mittags Rotwein und sind gute Liebhaber. Sind das Vorurteile oder Klischees? Bio-Marken sind gesünder als andere, und kleine Männer haben häufig Minderwertigkeitskomplexe. Wie steht es damit? Das Vorurteil – ein Urteil, das wir ohne eigene Erfahrung oder Kenntnis aktueller Fakten treffen – ist ein heikler Trickster in unserem Zusammenleben. Er hilft uns, uns in einem unübersichtlichen Alltag zurechtzufinden und erzeugt schnell diskriminierende und verletzende Haltungen. Werden die kollektiv, können sie in einer inhomogenen Welt gefährlich werden.
Nach dem Motto »Vorurteile haben alle, nur ich nicht« lädt dieser Projekttag Schüler und Schülerinnen ein, sich mit ihren Vor-Urteilen auseinandersetzen, den kleinen im eigenen Klassenraum und den großen über die Welt. Texte, Tandem-Schreibübungen und Rollenspiele helfen, sie zu entdecken, sie zu artikulieren und mit ihnen kreativ zu arbeiten.

Termine: 19. Dezember, 20. Dezember 2017, 6. Februar, 7. Februar, 21. März, 22. März, 16. April, 23. Juli 2018
Zeit: 9 – 13 Uhr
Anmeldung: First come, first serve: Die Termine werden mit der ersten Nachfrage vergeben. Bitte nennen Sie die Klasse, die Anzahl der Schüler und eine Telefonnummer, unter der Sie zu erreichen wären.
Anmeldung unter klange@literaturhaus-muenchen.de. Nachfragen gerne unter der Tel. 089 - 29 19 34-23 

 

Lehrerfortbildungen

Kommende Fortbildungen in Kürze

 

Archiv

Vergangene Projekttage 

»Rhythm is a Dancer«
Ein Projekttag zu Sprache und Rhythmus
7.-11. Klassen (Gymnasium und Realschulen)

Die Sprache, die wir jeden Tag benutzen, ist voll von versteckten Rhythmen und Melodien. Wir wollen diese Rhythmen im Workshop mit zahlreichen Übungen suchen, finden und mit ihnen spielen. Wie das? Beim Sprechen beispielsweise, laut und leise, beim Gehen, beim Klatschen, Singen. Das alles führt uns, führt Sprache und Sprechen in die Musik, die sie im Lied und Song schon immer vereint hat. Damit kann man arbeiten. Wie zum Beispiel klingen eure Lieblingslieder mit anderen Melodien und Rhythmen? Wer so weit kommt, kann am Ende des Vormittags selbst Lieder schreiben und spielen.
Mit Alex Burkhard, Autor, dreifacher Münchner Stadtmeister im Poetry Slam und Träger des Kulturförderpreises der IBK, und Michael Schauer, Musiker bei der erfolgreichen Münchner Band »Zwoa Bier«.
Februar bis Juli 2017

Wettbewerb
Zum 20. Geburtstag wollen wir mit einer Schulklasse (9.-11. Klasse) eine szenische Lesung zum Thema »Forever Young« inszenieren.
Eine Collage aus Weltliteratur und Texten von euch. Zur Aufführung gebracht im Literaturhaus für Schülerinnen und Schüler eurer und anderer Schulen. Entwickelt mit dem Schauspieler Thorsten Krohn und dem Musiker und Komponisten Taison Heiß, beide an der Schauburg zu erleben, u.a. in »20.000 Meilen unter den Meeren« und »La Strada«.
Juni // Juli 2017 (Aufführungen: Dienstag, 4. Juli und Mittwoch, 5. Juli)

»In Bildern erzählen«
Comics, Sequenzen und die Sprache der Bilder
7. -13. Klassen (Gymnasium und Realschulen)
Im Comic erzählen, heißt eine eigene Bühne schaffen: denken wie ein Regisseur, zeichnen wie ein Szenenbildner und schreiben wie ein Drehbuchautor. Die ungeheure Konjunktur des Comics zeigt, dass alles in dieser Form erzählt werden kann und die Mittel unerschöpflich sind. Hier geben zwei Comicprofis einen Einblick in ihre Kunst: Wie kann aus einem Bild eine Geschichte entstehen? Wie setzt man Panels in eine Sequenz? Wie lässt sich Bild und Text kombinieren, verknüpfen und verflechten? Der Zeichenstift ist das Werkzeug und die entstehende Skizze die Landkarte, um Ideen zu entdecken, Storylines zu verfolgen und Unbekanntes aufzuspüren. Auf dem Programm stehen dabei allerlei praktische Übungen, die sich sowohl für Anfänger als auch für Geübte eignen. Und am Ende des Tages können die Teilnehmer/innen eine eigene gezeichnete Geschichte mitnehmen.
Mit Barbara Yelin, Comiczeichnerin, ausgezeichnet mit dem Max und Moritz-Preis 2016 als »beste deutschsprachige Comiczeichnerin« (www.barbarayelin.de) und Lisa Frühbeis, Comiczeichnerin und Visual Recorderin, seit 2016 mit einem eigenen Webcomic auf www.lisafruehbeis.tumblr.com
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»Wie kommen Bücher in die Welt?«

Ein Vormittag mit der Schriftstellerin Lena Gorelik

Wie ist das eigentlich, wenn man plötzlich die Idee für einen Roman hat? Wie wird aus der Idee ein erster Satz,wie schreibt man dann so ein Buch,wie hält man durch, wenn man nicht mehr weiter kommt? Hat man es geschafft, braucht dieses Buch einen Verlag, damit es in die Welt kommt. Und damit beginnt noch einmal eine ganz andere Geschichte.
Lena Gorelik ist Schriftstellerin und hat bereits sieben Bücher veröffentlicht. Sie weiß also genau Bescheid, wie das geht, und hat sich einiges einfallen lassen, es nicht nur zu erzählen, sondern alles auch auszuprobieren
Für Schüler ab der 7. Klasse

 

»Wer bin ich eigentlich?«
Ein Schreib- und Zeichentag darüber, wie man sich selbst sieht und wie man gerne sein möchte
Von außen bin ich die oder der. Ich habe eine schöne Nase, aber nicht so schöne Hände, ich bin groß, klapperdünn oder klein und gemütlich. Das sehe ich,wenn ich in den Spiegel schaue, und das sehen andere. Aber was sieht man nicht? Und welche Geschichten bleiben verborgen? Popstars wie Rihanna verwandeln sich ständig, sehen mal funkig, mal punkig, mal liebreizend aus. Das wollen wir auch versuchen. Und wenn‘s nur in Bildern und Wörtern ist.
Ein Zeichen- und Schreibwerkstatt, mit dem Künstler Martin Fengel und der Schriftstellerin Sandra Hoffmann über Selbstbilder und Bilder und ihre Verwandlung durch künstlerische Prozesse.
Für 5. bis 10. Klassen

  

Vergangene Lehrerfortbildung

»Staunend leben« 
Kreatives Schreiben und Mehrsprachigkeit an Mittelschulen
Dreiteilige Lehrerfortbildung (12.1./20.2./8.3.2017)
Leitung: Tina Rausch
Schuljahr 2016/17
Informationen (pdf)

 

»Geschichten vom Ich« 
Dreiteilige Lehrerfortbildung zum Kreativen Schreiben an Mittelschulen im Literaturhaus München
Leitung: Beate Schäfer (literarische Übersetzerin, Lektorin)  
 Teil I (16.11.15)
»Warum alle Geschichten bei mir anfangen«
Mit Susanne Liebmann-Wurmer (Professorin für Kunstpädagogik an der Universität Erlangen & Schulpsychologin)
Teil II (14.12.15)
»Warum jede Geschichte ihre Sprache finden muss«
Mit Thomas Richhardt (Theaterautor, Dramaturg, Dozent am Literaturhaus Stuttgart und Autor des Buches »Szenisches Schreiben im Unterricht«)
Teil III (25.1.16)
»Warum meine Geschichte meine Stimme braucht«
Mit Helmut Becker (Sprecherzieher an der Theaterakademie August Everding, München)
Flyer (pdf)

 

Ansprechpartnerin

Dr. Katrin Lange
Tel. 089 - 29 19 34 - 23
klange@literaturhaus-muenchen.de

Foto © Lissy Mitterwallner