Mittwoch, 30.6.1999, 20.00 Uhr, Bibliothek

Das Goethe-Tabu. Protest und Menschenrechte im klassischen Weimar

Vortrag von W. Daniel Wilson mit anschließender Diskussion

Das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach unter der Herrschaft von Carl August gilt als Paradebeispiel für den aufgeklärten Absolutismus. In seinem neuen Buch »Das Goethe-Tabu« – das im Goethe-Jahr für viel Aufsehen sorgt – bemüht sich der amerikanische Germanistikprofessor W. Daniel Wilson, das in der Goethe-Forschung immer noch herrschende verklärende Bild zu revidieren. Er fordert eine grundlegende Auseinandersetzung mit dem politischen Erbe der deutschen Klassik und der problematischen Geschichte des Verhältnisses zwischen Intelligenz und Macht in Deutschland. Im Mittelpunkt seiner Untersuchungen stehen die Einschränkungen und Verletzungen der Menschenrechte im klassischen Weimar durch das »Geheime Consilium«, dem Goethe lange Zeit angehörte. Am 30. Juni wird W. Daniel Wilson die Ergebnisse seiner Studie präsentieren, sich mit den Reaktionen darauf auseinandersetzen und neue Perspektiven für das Verständnis des Dichters Goethe eröffnen.