Donnerstag, 16.1.2003, 20.00 Uhr, Saal

In einem reichen Land

Ein Abend mit Gert Heidenreich, Karin Kusterer, Petra Morsbach, Angela Schmidt und Franziska Sperr

Das von Günter Grass, Daniela Dahn und Johano Strasser herausgegebene Buch »In einem reichen Land. Zeugnisse alltäglichen Leidens einer Gesellschaft« (Steidl Verlag) zeichnet in über vierzig Sozialreportagen, Essays und Fotoserien das Bild eines Landes, in dem sich – begleitet von Schlagworten wie Globalisierung und Neoliberalismus – die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet. Quer durch Deutschland haben Journalisten und Publizisten, Schriftsteller und Fotografen intensive Gespräche mit Menschen aller Schichten und Regionen geführt.
So redet Angela Schmidt heute über Glück und Elend in der neuen Arbeitsorganisation (Kapitel: »Die unselbständigen Selbständigen«). Die Autorin Petra Morsbach erzählt aus dem Leben eines befreundeten Psychiaters (Kapitel: »Auch außerhalb von Kliniken grassiert Wahn. Geschichte mit gutem Ende«). Die Journalistin, Autorin und Übersetzerin Franziska Sperr berichtet über Glück und Unglück der neuen Erben (Kapitel: »Wenn die Tür ins Schloß fällt«). Der Schriftsteller Gert Heidenreich denkt über Randfiguren der Gesellschaft nach und die Ereignisse, die sie dorthin brachten (Kapitel: »Die Ränder so nah«). Karin Kusterer dokumentiert die Geschichte einer Flüchtlingsfamilie aus Sarajevo und ihrer deutschen „Gastfamilie“ (Kapitel: »Da haben Sie halt Pech gehabt. Familie Sehic und Familie Kern«). Das Buch zieht Bilanz „und legt, wie nebenbei, die anhaltende soziale Spaltung des Landes offen.“ (Günter Grass).

Moderation: Daniela Dahn und Johano Strasser

Begleitprogramm zur Ausstellung Fundsachen für Grass-Leser